Berlin - Paris. Die Geschichte der Beate Klarsfeld

Regie, Drehbuch: Hanna Laura Klar. Mit Arno Klarsfeld, Beate Klarsfeld und Serge Klarsfeld. Dokumentarfilm D 2011. 91 Min.

Wohl selten hat die Formulierung "mit einem Schlag berühmt" besser gepasst als bei Beate Klarsfeld. Berühmt geworden ist die als Beate Künzel in Berlin geborene Journalistin durch eine Ohrfeige, die sie am 7. November 1968 dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger auf dem Podium des CDU-Parteitages in West-Berlin verpasste – begleitet von den Worten "Nazi, Nazi!". Doch man tut Beate Klarsfeld Unrecht, wenn man sie allein mit dieser Aufsehen erregenden Aktion in Verbindung bringt, die zu den Ereignissen der bewegten Zeit um das Jahr 1968 gehört, die sich unauslöschlich ins kollektive Gedächtnis der Bundesrepublik Deutschland eingebrannt haben. Ihr Leben und ihr unerschrockenes Eintreten für die Ergreifung und Verurteilung von NS-Kriegsverbrechern geht weit über das öffentliche Abwatschen von Spitzenpolitikern hinaus und fasziniert ebenso wie ihr widerständiges Leben, das Hanna Laura Klar in einem sehenswerten Dokumentarfilm verarbeitet hat.
In diesem Film, der den Lebensweg seiner Protagonistin, die entscheidende räumliche Bewegung, die alles veränderte, bereits im Titel vorwegnimmt, erzählt Beate Klarsfeld ihre Geschichte selbst in verschiedenen Gesprächssituationen – mal redet sie direkt mit der Kamera, dann begleitet diese die engagierte "Nazijägerin" und radikale Aufklärerin wieder bei Vorträgen und Interviews oder auch einfach nur in einem Park, wo allein die bloße Nennung ihres Namens ein Gespräch mit Passantinnen in Gang bringt.

 

Filmvorführung in Anwesenheit der Regisseurin Hanna Laura Klar am 19. Juni um 19 Uhr!

http://faustkultur.de/kategorie/musiktheaterfilm/portraet-hanna-laura-klar.html




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