*

DAS KONGO TRIBUNAL

Regie: Milo Rau. Dokumentarfilm. D/CH 2017. 100 Min. OmU. Trailer.

GEA KINOSALON - Dienstag 17.3.2020, 19:00 Uhr - RESERVIEREN
Film + Gespräch mit Heini Staudinger und Biko Botowamungu

Eintritt: 10,00 Euro 50% der Einnahmen gehen als Spende an das Projekt Kongotribunal!

In mehr als 20 Jahren hat der Kongo-Krieg bereits über 6 Millionen Tote gefordert. Die Bevölkerung leidet, die Verbrechen des Krieges wurden nie juristisch verfolgt. Viele sehen in dem Konflikt eine der entscheidenden wirtschaftlichen Verteilungsschlachten im Zeitalter der Globalisierung, liegen hier doch die wichtigsten Vorkommen vieler High-Tech-Rohstoffe.

Für „Das Kongo Tribunal“ gelingt es Milo Rau, die Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal im Ostkongo zu versammeln. Er lässt erstmals in der Geschichte des Krieges drei Fälle exemplarisch verhandeln und entwirft ein unverschleiertes Porträt des grössten und blutigsten Wirtschaftskriegs der Menschheitsgeschichte.

DAS PROJEKT - Seit über 20 Jahren verwandelt der unüberschaubare Bürgerkrieg im Kongo das Gebiet von der Größe Westeuropas in eine Hölle auf Erden. Der aufgrund der direkten oder indirekten Verwicklung aller Großmächte auch als „Dritter Weltkrieg“ bezeichnete Kongo-Krieg hat bereits bis zu 6 Millionen Tote gefordert. Regisseur Milo Rau gelang es, erstmals in der Geschichte dieses Krieges, ein symbolisches Tribunal unter Beteiligung aller Parteien mitten im Bürgerkriegsgebiet abzuhalten. Präsidiert von einem halb kongolesischen, halb internationalen Expertengremium sowie zwei Anwälten des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, wurden in Bukavu die zentralen Konfliktlinien des Kongo-Kriegs anhand von Hearings mit Opfern, Augenzeugen, Milizionären, Politikern, UNO- und NGO-Angehörigen sowie Rohstoffhändlern und lokalen Menschenrechtsaktivisten beleuchtet. Das Massaker im Dorf Mutarule und die gewaltsamen Enteignungen und Zwangsumsiedlungen der artisanalen Schürfer in Twangiza und Bisié zeichneten ein plastisches Bild der jüngsten Vergangenheit, der blutigen Gegenwart und der Zukunft des Konflikts. Während die Hearings im Ostkongo auf diese konkreten aber bisher von keinem Gericht verhandelten Fälle fokussierten, standen in Berlin die Verwicklung der EU, der Weltbank, der internationalen Gemeinschaft und der multinationalen Unternehmen im Mittelpunkt, analysiert von den führenden Philosophen, Ökonomen, Politikwissenschaftler, Juristen und Soziologen unserer Zeit.

Die Hearings in Bukavu und Berlin wurden mit sieben Kameras aufgezeichnet, im Vorfeld des Tribunals führten mehrere Recherchereisen und Drehphasen das Filmteam zu den zentralen Schauplätzen des Konflikts mitten im Bürgerkriegsgebiet, in entlegene Dörfer und unzugängliche Minenareale. Wir lernen die Menschen und ihre Geschichten kennen: Opfer und Täter, Regierung und Opposition, Militärs und Rebellen, Menschenrechtsaktivisten, lokale Bergleute und Vertreter multinationaler Minenkonzerne. Der Dokumentarfilm zeichnet mittels eindringlicher Untersuchungen ein unverschleiertes Porträt dieses gewaltigen Wirtschaftskriegs – seiner ökonomischen und politischen Ursachen genauso wie seines konkreten Gesichts vor Ort. Ein Film über einen Konflikt globalen Ausmaßes, in dem es nicht um Sieg oder Niederlage geht, sondern um die Frage, was uns der Reichtum der ersten Welt eigentlich wert ist.

PRESSE-ZITATE

„One of the most ambitious pieces of political theatre ever staged.“ THE GUARDIAN

„Wo Politik versagt, hilft nur die Kunst“ DIE ZEIT

„Das größenwahnsinnigste Kunstprojekt unserer Zeit“ RADIO FRANCE INTERNATIONALE – RFI

„Ein öffentlicher Raum der Bewusstseinsveränderung.“ NZZ

„Gefordert ist ein neues Wertesystem. Das Kongo Tribunal ist ein erster Schritt in diese Richtung.“ SWR 2

„Makellos. Milo Rau ist einer der freiesten und kontroversesten Geister unserer Zeit“ Le Soir

 




Newsletter bestellen


abonnieren abmelden

E-Mail-Adresse:

Admiralkino - VOD Club