PRETTY WOMEN - Callgirls im Kino

Eine Filmreihe im Admiral Kino in Kooperation mit dem Echo Verlag

Das Admiral Kino liegt im 7. Bezirk in unmittelbarer Nähe zum Gürtel und somit zum traditionellen Rotlicht-Milieu. Zwar haben in den letzten Jahren viele Veränderungen stattgefunden - die Gürtelbögen sind von der jungen Musik- und Gastro-Szene bevölkert worden, die angrenzenden Bezirke 15. und 16. mit einem lebendigen Kulturkonzept wie z.B. Soho Ottakring wieder attraktiv für neue Publikumsschichten gemacht worden - , so gibt es doch immer noch viele Bars und Etablissements, in denen Frauen ihre Körper für Geld anbieten.

Der neue Film von Sabine Derflinger „Tag und Nacht", der im Oktober in die österreichischen Kinos kommt war der Denkanstoß für die Filmreihe PRETTY WOMEN - Callgirls im Kino, die das Admiral Kino von 26.bis 30. Mai 2010 veranstaltet. Das Thema Prostitution und das Rotlicht Milieu sind im Kino stark überrepräsentiert gemessen am gesellschaftlichen Stellenwert und im Vergleich zu anderen Themen im Kinofilm. Seit Beginn des Kinos haben sich DrehbuchautorInnen, ProduzentInnen und RegisseurInnen für das „älteste Gewerbe der Welt" in Ihren Filmen interessiert und meist ein zahlreiches Publikum dafür gefunden. „Sex sells" ist nur der eine Grund dafür - denn sowohl der Boulevard des Kinos (mit Spielfilmen) als auch die intellektuelle Filmszene (auch mit Dokumentarfilmen) sind von diesem Thema als Filmsujet magisch angezogen. Warum? Wir zeigen alte und neue Beispiele und versuchen eine Diskussion über Prostitution im Wandel der Filmgeschichte und die Gründe dafür zu führen.

Eröffnungsfilm, Mittwoch 26.5.2010, 20 Uhr

FRAUENZIMMER

D 2010; 74 min; R: Saara Aila Waasner - Publikumsgespräch Mit Regisseurin und Produzentin Caroline Daube.

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von drei Großmüttern, die ihr Geld mit Sexarbeit verdienen. Christel, Paula und Karolina arbeiten in ihrer eigenen Wohnung, im Bordell oder empfangen die Kunden im Dominastudio. Sie sind nicht darauf aus, sich zu rechtfertigen oder zur Schau zu stellen. Die drei Frauen befinden sich im ständigen Wechsel zwischen dem Hineinschlüpfen in andere Identitäten, dem Verkaufen von Projektionen und dem Meistern ihres eigenen, privaten Lebens. Ihre facettenreichen Persönlichkeiten machen dabei deutlich, auf welch unterschiedliche Art und Weise sie der Prostitution nachgehen und warum sie sich für den Beruf der Sexarbeiterin entschieden haben. Der Film gibt Einblicke in die heutigen Lebensumstände von Christel, Paula und Karolina und ihren teilweise überraschend bürgerlichen Alltag. Mit großer Offenheit lassen die drei Frauen das Publikum an ihrem Leben teilhaben. Sie zeigen selbstbewusst, stolz, manchmal wortlos, manchmal wortreich und mit Humor, was die Sexarbeit für sie bedeutet und wie viel unverkäufliche Liebe sie zu geben bereit sind. Ein Film über Gefühle in einem Beruf, der es eigentlich erfordert, Emotionen hinter einer Fassade aus Schminke und routinierten Sätzen zu verbergen. Und ein Film über das Älterwerden.

 

Donnerstag 27.5.2010

19.00 Uhr WH Vorstellung : FRAUENZIMMER von Saara Aila Waasner

Vorprogramm: Trailer: TAG UND NACHT & WHORES GLORY (TAG UND NACHT. A 2010, R: Sabine Derflinger, Mit A. Rot, M. Kronschläger u.a. (Mobile Film); WHORES GLORY. A 2010. R: Michael Glawogger. (Lotus Film))

Diskussion mit Saara Aila Waasner, Caroline Daube, Sabine Derflinger u.a. mit Moderator Thomas Edlinger (tbc) (FM4) .

21.30 Uhr IMPORT EXPORT

Regie. Ulrich Seidel. Mit Ekaterina Rak, Paul Hofmann, Maria Hofstätter A 2006. 141 Minuten

Es ist kalt und grau. Winterzeit. Die Menschen frieren. Das ist so in Österreich. Das ist so in der Ukraine. Zwei verschiedene Welten, die einander immer mehr zu ähneln beginnen. Der Osten sieht aus wie der Westen, der Westen wie der Osten. - In dieser Atmosphäre spielen zwei Geschichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Die eine ist eine Import-Geschichte. Sie beginnt in der Ukraine und führt nach Österreich. Die andere ist eine Export-Geschichte, sie beginnt in Österreich und endet in der Ukraine.

„Mit stoischer Ungerührtheit" schreibt Blickpunkt Film, zeigt der vielfach ausgezeichnete Regisseur Ulrich Seidel, Wegbereiter großer internationaler Reputation für den österreichischen Film, Menschen, die sich und ihr Leben wie Ware auf dieser und jener Seite von Grenzen anbieten und verkaufen.

Freitag 28.5.2010

19.00 Uhr DER AUSSTIEG - Preview!

A 2010. Regie: SI.SI. Klocker. Dokumentarfilm mit Barbara Jarnig u.a. 78 Minuten

Publikumsgespräch mit der Regisseurin im Anschluss an die Filmvorführung.

Barbara Jarnig spricht über ihr Leben als Sexarbeiterin. Durch ihre Offenheit und den Charme der Protagonistin erfahren wir viel über die Realität im Leben einer Prostituierten. Sie führt SI.SI. Klocker an einige wichtige Stationen in ihrem Leben und gibt einiges über Berufsgeheimnisse, angenehme und abstoßende Erlebnisse mit Freiern preis. Sie berichtet ehrlich, unsentimental und konsequent vom Einstieg und Ausstieg aus dem Rotlichtmilieu. Barbara Jarnig erteilt SI.SI. Klocker auf humorvolle Weise eine Einschulung ins horizontale Gewerbe. Zur Zeit ist sie damit beschäftigt ein Tipi Dorf in den Kärntner Bergen als Seminarort für Frauen mit Kindern zu etablieren. - „Der Ausstieg" reflektiert den Ausstieg aus der Sexarbeit und den Ausstieg aus vorgefertigten Lebenskonzepten.

21.00 Uhr ESTRELLAS DE LA LÍNEA - The Railroad All-Stars

Spanien 2006, R: Chema Rodríguez, Dok., 90 min, span., OmeU
Drei Prostituierte aus Guatemala sind die Protagonistinnen in Estrellas de La Línea (The Railroad All-Stars, 2006), die alle unter täglicher Gewalt und Verachtung zu leiden haben. Um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen, gründen sie eine Fußballmannschaft und melden sich nach mehrwöchigem Training zu einer lokalen Meisterschaft an. Als sie wegen ihres Berufes von der Teilnahme ausgeschlossen werden, entbrennt eine landesweite kontroverse Debatte über den Umgang mit den von Staat und Leben benachteiligten Frauen. Regisseur Chema Rodríguez begleitete die Frauen während dieser Zeit und gibt Zeugnis von ihrem neu entdeckten Mut und Zusammenhalt. Sein unterhaltsamer Dokumentarfilm wurde auf zahlreichen Festivals, unter anderem mit dem 2. Panoramapublikumspreis bei der Berlinale 2006,

Samstag 29.5.2010

19 Uhr DAS MÄDCHEN ROSEMARIE

BRD 1958, R: Rolf Thiele, Da: Nadja Tiller, Peter van Eyck, Gert Fröbe, 101 min
DAS MÄDCHEN ROSEMARIE (1958) sorgte vor seinem Kinostart vor 50 Jahren für erhebliches Aufsehen. Rolf Thieles Verfilmung der Geschichte von Rosemarie Nitribitt (Nadja Tiller), die als glamouröse Prostituierte in der Nachkriegszeit zu Reichtum kam und schließlich ermordet wurde, spielt in Frankfurt und wurde zum Teil an Originalschauplätzen gedreht.

 

 

21.00 Uhr PRETTY WOMAN

USA 1989, R: Garry Marshall, Mit R.Gere, J. Roberts u.a., 119 min, OV

Der smarte Millionär Edward Lewis auf einer Geschäftsreise in Los Angeles heuert die Prostituierte Vivian von der Straße weg für eine Woche als Begleitung an. In dieser Zeit entwickelt sich aus dem „Straßengirl" eine elegante Frau... Garry Marshalls modernes Märchen integrierte die altbekannte Aschenputtel-Thematik in ein Yuppie-Ambiente im feinen Beverly Hills. Über neun Millionen Kinozuschauer sahen die unterhaltsame Leinwandromanze!

Sonntag 30.5.2010

19.00 Uhr TAXI DRIVER 

USA 1976, R: Martin Scorsese, Da: Robert de Niro, Harvey Keitel, 113 min, OmU
Seinem Drehbuch zu Taxi Driver (1976) stellt Paul Schrader ein Zitat des großen Autors Thomas Wolfe voran: „Die ganze Überzeugung meines Lebens beruht auf dem Glauben, dass Einsamkeit ( ) die zentrale und unausweichliche Tatsache der menschlichen Existenz ist." Eine brilliante Meditation über diesen Grundgedanken, setzte Martin Scorseses Film auch Maßstäbe in der Darstellung der inneren Befindlichkeit einer modernen Großstadt: Trostlosigkeit, Aggression, Ausbeutung, Gewalt. Als er die von ihrem Zuhälter ausgebeutete 14-jährige Prostituierte Iris (Jodie Foster) kennen lernt, sieht der Taxifahrer Travis (Robert de Niro) den Zeitpunkt gekommen, die Stadt von ihrem „Schmutz" zu befrei

 

 




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