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ABSCHIED VON DEN ELTERN

Regie: Astrid Ofner. Mit Sven Dolinski und Lawrence Tooley, Anna Conradi, Nora Conradi, Coline Cisar, Selma Bindewald, Johanna Schmidt. A 2018. 78 Min.

Der Film „Abschied von den Eltern“ basiert auf der gleichnamigen Erzählung des Schriftstellers Peter Weiss aus dem Jahr 1960. In diesem autobiographischen Text beschreibt der Autor die Jahre seiner Kindheit und Jugend im Deutschland der 20er und 30er Jahre sowie die Flucht seiner halbjüdischen Familie vor der Verfolgung durch die Nazis quer durch halb Europa. Über England, die Tschechoslowakei, einen Aufenthalt im Süden und schließlich die endgültige Niederlassung in Schweden, vollzieht sich die verzweifelte Odyssee der Familie Weiss.

Eine Bewegung, die zugleich den Kampf des jungen Ich-Erzählers um sein künstlerisches Dasein darstellt, das Ringen um eine selbständige Existenz als Maler und Schriftsteller.

Ausgehend von dieser Erzählung und unter Verwendung ausgewählter Passagen des Buches unternimmt die Filmemacherin Astrid Johanna Ofner eine kinematographische Recherche entlang der zentralen Linien desautobiographischen Textes.

Eine „Ermittlung“ im Peter Weiss’schen Sinne, die sie an die Orte der Vergangenheit und Gegenwart führt, die das Gestern am Heute und die Erinnerung am Eingedenken entzündet. Im freien, sinnlichen Spiel zwischen Fiktion und Dokument, realistischer Beschreibung und stilisierter Erfindung versucht der Film „Abschied von den Eltern“ zugleich dem Text des Buches als der Gegenwart und dem Material der Welt Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Und daraus ein neues, lebendiges Drittes zu erschaffen.

Regiestatement:

 

Was mich an dem Text von Peter Weiss besonders fasziniert hat, ist seine spezifische Form, nämlich die Gleichzeitigkeit von erinnernder Beschreibung und der Reflexion über das Geschehene. Dafür eine filmische Entsprechung zu finden, war die große Herausforderung. Schließlich ist der Film eine Spurensuche geworden. Ein Film über Flucht, Familie, Kunst, über Städte, Bilder, Sexualität, Einsamkeit, Geschichte, Gewalt und Freundschaft. Und auf eine eigenartige Weise ein Film über Häuser und über das alte und ein neues Europa.

 




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